RCS

Retinopathia Centralis Serosa (RCS)

  • EINLEITUNG

    Die Retinopathia centralis serosa (RCS) ist eine erworbene Netzhauterkrankung, bei der Flüssigkeit aus ungeklärten Gründen aus der Aderhaut unter die Netzhaut gelangt und zu einer Schwellung der Netzhautmitte führt. Typische Symptome der Retinopathia centralis serosa sind Bildverzerrungen in Form von Wellensehen (Metamorphopsie), ein Ausfall im zentralen Gesichtsfeld (Skotom), eine Weitsichtigkeit und Farbsinnstörungen.
    Meist ist die Erkrankung selbst-limitierend, d.h. die Symptome bilden sich innerhalb von 2 bis 3 Monaten zurück. So lange sollte man abwarten. Wenn sich die Symptome nicht zurückbilden, kommen je nach Verlauf und Schwere der Störungen verschiedene Therapie-Möglichkeiten in Frage. Es kann versucht werden, das Ödem mit Tabletten und/oder Augentropfen auszuschwemmen. Ferner ist es möglich, durch Medikamenteneingabe in den Glaskörperraum die Resorption der Flüssigkeit zu beschleunigen. Sofern die zur Wasseransammlung führende Schädigung ausserhalb der Netzhautzentrums (Fovea, gelber Fleck) liegt, ist eine Lasertherapie möglich. Meistens liegt die Ursache für das Ödem jedoch im Netzhautzentrum. Dann ist eine klassische Lasertherapie nicht möglich, da die Laserbehandlung im Zentrum der Netzhaut zu Narben und einem irreparablen Funktionsverlust führen würde (Verlust der Lesefähigkeit).
    Unabhängig von der Art der Therapie bilden sich im Verlauf langfristig häufig Rezidive. Sollte die Erkrankung wiederholt auftreten, so wären weitere Risikofaktoren in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt abzuklären.
    Im Falle sich die Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte über einen Zeitraum von 3-6 Monaten nicht vermindert sollte, würde ein längeres Belassen dieser Situation zu irreparablen Schädigungen des Netzhautzentrums führen (Sehschärfeverlust, Bildverzerrungen, Farbsinnstörungen). Deshalb ist eine klassische Laserbehandlung nicht möglich. Als Alternative könnte sich eine sogenannte Photodynamische Therapie (PDT) anbieten.

    Photodynamische Therapie (PDT) mit Visudyne
    Bei der Photodynamischen Therapie mit VisudyneTM handelt es sich um eine seit etlichen Jahren erprobte Behandlungsmethode, die mit dem lichtaktiven Wirkstoff Verteporfin (VisudyneTM) und einem speziellen Laser durchgeführt wird. VisudyneTM ist ein in der Schweiz zugelassenes Medikament. Bei dem „speziellen“ Laser handelt es sich nicht um einen klassischen Netzhautlaser, mit dem Narben auf der Netzhaut erzeugt werden, sondern um einen schwachen, roten Lichtstrahl. Dieser rote Lichtstrahl kann nur in Kombination mit der Wirkstoff VisudyneTM eine photochemische Reaktion auslösen. Im Gegensatz zum klassischen Laser, entsteht bei der PDT keine Vernarbung. Daher kann PDT-Behandlung auch im Netzhautzentrum durchgeführt werden. Des Weiteren ist eine Wiederholung der Behandlung im gleichen Netzhautareal möglich.

  • BEHANDLUNG

    Die Therapie wird in zwei Schritten durchgeführt: Zuerst wird der Wirkstoff Verteporfin durch eine 10-minütige Infusion verabreicht. Im Anschluss daran wird ein Tropfen eines lokalen Betäubungsmittels in das Auge getropft und ein Kontaktglas auf das Auge gesetzt. Danach wird der Wirkstoff im Auge durch eine 1½-minütige Beleuchtung der Netzhaut mit einem speziellen Rotlicht-Laser aktiviert.

  • VERHALTEN NACH DER BEHANDLUNG

    Durch die Verabreichung von VisudyneTM werden Haut und Augen stark lichtempfindlich. Um ernste Photosensibilisierungsreaktionen, z.B. wie bei einem schweren Sonnenbrand, zu vermeiden, ist es erforderlich, dass die Augen und die Haut zwei Tage lang vor direkter Sonnenbestrahlung und intensiver Beleuchtung geschützt werden. Normales Raumlicht ist ungefährlich. Wenn man sich im Freien aufhält, sollten während der ersten 2 Tage Haut und Augen durch das Tragen entsprechender Kleidung und einer dunklen Sonnenbrille geschützt werden. Darüber hinaus sollte man sich auch keinem starken künstlichen Licht aussetzen, wie z.B. Solarien oder starken Halogenlampen, wie sie bei Zahnärzten oder in Operationssälen verwendet werden. Nach der Behandlung wird man wegen der verwendeten Augentropfen eine etwas verschwommene Sicht haben und man sollte eine dunkle Sonnenbrille tragen, um die Augen vor Licht zu schützen. Während dieser Zeit darf man keine Kraftfahrzeuge führen. Wir überreichen unseren Patienten eine geeignete Sonnenbrille (gross genug, d.h. diese Sonnenbrille kann auch über die übliche Brille getragen werden)

  • NEBENWIRKUNGEN

    Wie jedes andere Medikament kann auch VisudyneTM bei empfindlichen Menschen selten einmal unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Die Behandlung mit VisudyneTM kann jederzeit aufgrund einer Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit abgebrochen werden. Bei oder nach der Infusion kann es an der Infusionsstelle zu einem Schmerz kommen, selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen. Sollte es dazu kommen, dass der Wirkstoff VisudyneTM an der Infusionsstelle aus den Blutgefässen ausläuft, kommt es an dieser Stelle zu Schmerzen, Schwellungen und/oder Hautrötung. Die Auslaufstelle muss solange abgedeckt und vor Licht geschützt werden, bis der ausgelaufene Farbstoff vollständig vom Körper aufgenommen wurde – dies kann mehrere Tage dauern.
    Eine geringe Anzahl der behandelten Patienten bemerkt während der Injektion Rückenschmerzen. Dieses Gefühl verschwindet, sobald die Injektion gestoppt wird. Von einigen Patienten wurde auch über eine oder mehrere der folgenden Beschwerden berichtet:
    Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl und Blutdruckabfall. Andere mögliche Nebenwirkungen dieser Behandlung können vorübergehend reduziertes Sehvermögen, Blutungen im Auge, gestörtes Sehen, Augenschmerzen und Rötung des Auges sein. Es ist zu erwarten, dass die zuvor genannten Nebenwirkungen seltener auftreten, da wir eine geringere Dosierung für das Verteporfin verwenden. Was die Sehstörungen angeht, sind die meisten Symptome wohl auf die Grunderkrankung einer Retinopathia centralis serosa selbst zurückzuführen. Alle Nebenwirkungen der Therapie bilden sich innerhalb von Stunden bis Tagen zurück.
    Das Medikament Verteporfin ist für die Alters-bedingte Makula-Degeneration zugelassen, aber nicht offiziell für die seltene Erkrankung RCS. Trotzdem ist dies keine klinische Studie. Alle Unterlagen werden vertraulich bleiben. Wenn man irgendwelche Nebenwirkungen feststellen sollte, sind wir dazu verpflichtet, die Firma und/oder die Gesundheitsbehörden zu informieren. Dies wird geschehen mit voller Berücksichtigung des Datenschutzes.
    Der behandelnde Arzt wird vor der Behandlung nach möglichen Leber- oder Gallenerkrankungen fragen, da diese eine Kontraindikation gegen die Therapie sind.